Der Deutschunterricht in der Unterstufe

 

Im Deutschunterricht der Unterstufe sollen alle Ebenen der Sprachkompetenz ausgewogen gefördert werden: in der Sprachlehre ebenso wie im Rechtschreiben, im sozialen Lernen, kreativen und handlungsorientierten Sprechen und Schreiben ebenso wie in der Einführung in die traditionellen Textsorten. Dem entspricht auch die Ausrichtung auf die Bildungsstandards und die damit verbundene Kompetenzorientierung.

 

Ziel ist ein leistungsorientierter Unterricht, der aber auch ausreichend Freiräume bietet, um ungezwungen mit Sprache experimentieren zu können.

 

Über eigenverantwortliches Arbeiten und Lernen sollen bei Schülerinnen und Schülern Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Methodenkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit, Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.

 

Basiskompetenzen wie gängige Lern- und Arbeitstechniken (Markieren, Exzerpieren, Strukturieren und Visualisieren), grundlegende Argumentations- und Kommunikationstechniken und die systematische Kultivierung von Teamfähigkeit werden gelernt und geübt. Erst diese Sockelqualifikationen (Methodentraining, Kommunikationstraining und Teamentwicklung) bilden das Fundament für eigenverantwortliches Lernen.

 

Wir versuchen unsere Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise zur Methodenkompetenz hinzuführen. Unter anderem durch

• Kooperationsaufgaben in Partner- und Gruppenarbeiten

• Aufgaben zum Nachfragen und Nachschlagen

• Bearbeitung von größeren Unterrichtsvorhaben unter dem Titel „Projektideen“

• gezieltes, selbstständiges Üben vor Schularbeiten, Diktaten und Lernkontrollen

• Ermöglichung der eigenverantwortlichen Selbstkontrolle

• Thematisierung von Konflikten

• Vorbereitung von Schülerreferaten

• Anregungen zur wirkungsvollen Gestaltung von Texten

• Einüben verschiedener Lesetechniken beim stillen und vortragenden Lesen

• Arbeit mit Texten: Markieren, Exzerpieren, Notizen machen, Textteile gliedern und ordnen

• Verwendung von Farben, Symbolen und Hervorhebungen zur Strukturierung von Sachtexten

• mündliche und schriftliche Präsentationsmethoden

• Textanalyse, -bewertung und –reflexion

• verschiedene Diskussionsformen

• Anregungen zur Arbeit mit Lernkartei und Wortlistentraining

• Lerntechniken und die Gestaltung des Arbeitsplatzes thematisieren

• Aufbau von Fragehaltungen an Texte und Personen

• Erwerb des aktiven Zuhörens

• Erlernen von Techniken der Gesprächsführung

• Metakommunikation (Reflexion der Gespräche)

• problemlösendes Vorgehen

 

Der Unterrichtsgegenstand Deutsch soll die Schüler und Schülerinnen bis zur 8. Schulstufe dabei unterstützen,

• ihre Kommunikations- und Handlungsfähigkeit mit und durch Sprache zu fördern,

• Einblick in die Struktur und Funktion von Sprache zu bekommen,

• den mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch zu festigen.

 

Dr. Annette Moser

 

 

Der Deutschunterricht in der Oberstufe

 

 

Im Deutschunterricht in der Oberstufe nehmen wir den Auftrag des Unterrichtsministeriums wahr und stärken die Kommunikations-, Handlungs- und Reflexionsfähigkeiten sowie die ästhetische Kompetenz der Schülerinnen und Schüler durch Lernen mit und über Sprache in einer  multikulturellen Gesellschaft. Zusätzlich trainieren wir den Umgang mit den neuen Medien, erarbeiten und festigen mit den Schülerinnen und Schülern Methoden und Kompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens sowie diverser Präsentationstechniken, die sie bereits im Fach Wissenschaftliches Arbeiten und Präsentation erarbeitet haben, um sie bestmöglich auf die neue zentralisierte Matura sowie auf die Universität und die Arbeitswelt vorzubereiten.

 

Zu den zentralen Aufgaben im Deutschunterricht zählen wir die Verbesserung der

 

-       mündlichen Kompetenz

im privaten und öffentlichen Bereich. Die Schülerinnen und Schüler sollen situations-, personen- und sachgerecht agieren und argumentieren können

 

-       schriftlichen Kompetenz,

die einen wichtigen Bestandteil zur Entwicklung der Persönlichkeit darstellt und Voraussetzung für die Berufswelt, Universität und  die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist. Durch das Verfassen von zahlreichen außerschulischen Textsorten üben die Schülerinnen und Schüler das Schreiben für sich und für andere sowie das Schreiben als Instrument des Lernens. Dazu kommt natürlich auch die Festigung der Rechtschreibsicherheit

 

-       Textkompetenz,

die eine aktive emotionale und argumentative Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Texten beinhaltet. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Umgang und die verschiedenen Deutungsmöglichkeiten von multimedialer Kommunikation sowie von künstlerisch-literarischen Texten und  Gebrauchstexten aus dem täglichen Leben.

 

Neben diesen Grundkompetenzen versuchen wir den Schülerinnen und Schülern einen möglichst vielfältigen rezeptiven, analytischen, produktiven und kreativen Zugang zu literarisch-ästhetischen Texten aller Medienformate und unterschiedlicher Kulturen zu bieten. Wir wollen damit die Freude am Lesen, die eigenständige Interpretation, ein kritisches Urteilsvermögen und das Interesse sowie die Freude an der Literatur wecken.

 

Die Beschäftigung mit allen Arten von Medien unter der Berücksichtigung der sprachlichen Bildung ist uns ein Anliegen. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihre Mediennutzungskompetenz aktiv im Alltag, in der Schule, später auf der Universität und im Berufsleben zielgerichtet einsetzen zu können.

 

Sprachreflexion, d. h. das Erkennen des Aufbaus und der Funktion von Sprache, ist ein wichtiger Bestandteil all der vorher erwähnten Kompetenzen. Ein fundamentiertes Grammatikwissen befähigt die Schülerinnen und Schüler eigene und andere sprachliche Handlungen besser verstehen und einordnen sowie mit sprachlichen Unterschieden und Mehrsprachigkeit umgehen zu können.

 

Die Arbeit im Deutschunterricht soll das Phänomen „Sprache“ auf unterschiedlichen Ebenen thematisieren. Neben der im Lehrplan vorgesehenen Vermittlung der einzelnen Kompetenzbereiche ist es uns auch ein  Anliegen, Sprache in ihrer Gesamtheit und Komplexität zu vermitteln: Die Sprache als Ausdrucksform der Persönlichkeit und als Bindeglied zwischen den Menschen.

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ (Ludwig  Wittgenstein) – Genau diese Grenzen wollen wir erweitern und einen Blick auf einen größeren Horizont ermöglichen.

 Mag. Erika Poier-Schatzdorfer