TEXTILES WERKEN

 

 

Im Textilen Werken geht es um die Tätigkeitsbereiche Kleiden, Wohnen, Gestalten, Arbeiten bzw. Produzieren und Konsumieren. Die handlungsorientierte Methode des Faches soll die Vernetzung links- und rechtssphäriger Fähigkeiten, also intellektuellen Fachwissens und vernetzt-konzeptuellen Denkens ermöglichen. Aufgrund des lebenspraktischen Bezugs sollen die Schüler/innen Qualifikationen erwerben, die es ihnen ermöglichen, an der aktiven, kritischen und kreativen Gestaltung ihrer Umwelt teilzunehmen, Teamfähigkeit, Genauigkeit, Konzentration und Ausdauer zu schulen und dabei Wege zur Selbstverwirklichung zu finden. Dem Interesse der Schüler/innen am Experimentieren mit textilen Materialien und Arbeitstechniken, an der spontanen Gestaltungsfreude, an der eigenen Kleidung und an der der Mitmenschen, am Verkleiden und Spielen werden entsprechende Freiräume zur Entfaltung schöpferischer Fähigkeiten gewährt.

 

Folgende Komponenten spielen im Textilen Werken eine Rolle:

-       Sozialkompetenz / Kooperationsfähigkeit und Förderung sozialer Kontakte durch Zusammenarbeit im Partnerschaft und Team

-       Handwerkliches Tun / Die Schüler/innen sammeln Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen – Zusammenspiel von Idee und Umsetzung

-       Freude am Experimentieren /  öffnet die Wege zu einer bewussten Lebens- und Freizeitgestaltung

-       Selbsttätigkeit und Selbständigkeit / Planen, Entwickeln und Umsetzen werden gelernt

-       Persönlichkeitsentfaltung / stärkt das Selbstbewusstsein durch handwerkliches Tun, die Persönlichkeit entwickelt sich auch über manuelle Fähigkeiten.

-       Umsetzung eigener Ideen / sensibilisiert alle Sinne und schult die Feinmotorik, die eigene Originalität wird wertgeschätzt. Es entsteht mehr Mut und Freude am eigenen Tun und an der Verwirklichung eigener Ideen und Vorstellungen.

-       Verständnis für Ökologie / Es wird Bewusstsein geschaffen für die Materialgewinnung, Verarbeitung, Wiederverwertung und Ökologie anhand von Textilien.

-       Ermutigung zur Bewältigung von Aufgaben / Die Schüler/innen wachsen mit der Aufgabe, sie werden sensibilisiert für Material und Form, die Selbsteinschätzung wird geschult.

 

Lernen findet weitgehend in Handlungsprozessen statt - es geht um die Freude am Tun! Die Schüler/innen sollen Werkstücke eigenständig entwickeln und produzieren lernen. Theoretische Grundlagen sollen der Umsetzbarkeit eigenständiger Produktentwicklung dienen und werden damit praxisorientiert und umsetzungsbezogen eingesetzt.

Es wird eine Arbeitsatmosphäre geschaffen, in der auch Möglichkeiten des „Fehler-Machens“ als wesentlichem Element kreativ-forschender Lernprozesse zugelassen werden und erprobt werden können.

Die Verflechtung von praktischer Arbeit und intellektueller Bildung soll sowohl die sensomotorische als auch die kognitive und emotionale Dimension des Lernens ansprechen und zu umfassenden Lernerfahrungen führen. Es geht um die Steigerung der differenzierten Wahrnehmungsfähigkeit, des kreativen Ausdrucksvermögens und um Kritikfähigkeit und die Erziehung zu einem kritischen Konsumenten / einer kritischen Konsumentin, aber auch um die Steigerung manueller Fähigkeiten.

 

Textiles Werken soll  auch einen Beitrag zur sinnvollen Gestaltung der Freizeit leisten. Die Schüler/innen sollen motiviert werden, kreativ tätig zu sein. Sie sollen eigene Möglichkeiten bei der Gestaltung ihrer Kleidung und ihrer engeren Umwelt kennenlernen und kultivieren.  In Zeiten der Wegwerfgesellschaft sollen die Schüler/innen den Wert des Selbst-Gemachten erkennen. Sie sollen sehen, dass individuell Umgestaltetes die Persönlichkeit des/ der Einzelnen unterstreichen und hervorheben kann. So sollen sie zu kritischen Mitgliedern der Gesellschaft werden, die sich dem Modediktat nicht unhinterfragt unterwerfen, sondern Wert auf Individuelles im Kollektiv legen.