LEHRPLAN FÜR DIE 11.UND 12. SCHULSTUFE

AUTONOMES PFLICHTFACH
LIFE SCIENCE

 

Bildungs- und Lehraufgabe (7. bis 8. Klasse):

Der Life Science-Unterricht ist für unsere Gesellschaft in vielen Bereichen von Bedeutung. Naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn bewirkt Fortschritte auf unterschiedlichen Gebieten, beispielsweise in der Medizin und Pharmazie, in der Bio- und Gentechnologie, in den Neurowissenschaften, in der Ökologie und bei Fragen zur Nachhaltigkeit. Andererseits birgt die naturwissenschaftliche Entwicklung auch Risiken und Gefahren, die erkannt, bedacht und bewertet werden müssen. Dazu sind biochemische Kenntnisse nötig. Diese sind somit ein wesentlicher Bestandteil der Allgemeinbildung.

Ziel des Fachs Life Science ist es, naturwissenschaftliche Phänomene erfahrbar zu machen, sowie Erkenntnisse biologischer und chemischer Forschung gewinnen, verstehen und kommunizieren zu können, und sich mit deren Grenzen auseinandersetzen zu können. Ziel ist auch der Einblick in die Vielgestaltigkeit und Omnipräsenz biochemischer Prozesse. Dies soll nicht nur eine berufliche Orientierung erleichtern, sondern stoffliche Veränderungen als materielle und energetische Grundlage des Lebens und der Zivilisation erkennbar machen und auch Verständnis für die europäische und globale Bedeutung der chemischen Industrie schaffen. Die Ausbildung von Verantwortungsbewusstsein und Kritikfähigkeit gegenüber Ge- und Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse sollen die Teilhabe an wesentlichen gesellschaftlichen Entscheidungen ermöglichen.

 Der Unterricht führt zu naturwissenschaftlichem Verständnis auf Grundlage der Evolution und zu gesundheitsbewusstem, ethischem und umweltverträglichem Handeln. Er fördert die Fähigkeit zur aktiven Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen und Diskursen. Zudem fördert der Unterricht über die Schule hinaus die Eigenständigkeit und Eigenverantwortung beim Erwerb von Wissen und Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösekompetenz und Kommunikationsfähigkeit mit Expertinnen und Experten.

 

Beitrag zu den Bildungsbereichen:

Der Beitrag zu den untenstehenden Bildungsbereichen der Schule steht im Zusammenhang mit Lerninhalten und den Basiskonzepten, dem Kompetenzmodell und den Unterrichtsprinzipien.

 

Sprache und Kommunikation

Förderung der Lese- und Schreibkompetenz sowie der mündlichen Ausdrucksfähigkeit in verschiedenen Unterrichtssituationen; Einführung in die Fachsprache; Einbeziehung von deutsch- und fremdsprachiger Fachliteratur; Beschreibung, Protokollierung und Präsentation entsprechender Sachverhalte

 

Mensch und Gesellschaft

Der Mensch als biologisches und soziales Wesen; der Mensch als beeinflussender Faktor von Ökosystemen; Wirtschaft und Nachhaltigkeit (Verbraucher- und Verbraucherinnen-Bildung); Wechselwirkung zwischen Ökologie, Ökonomie, regionaler und überregionaler Politik und sozialer Entwicklung; Anwendung biochemischer Erkenntnisse auf gesellschaftliche Fragestellungen.

 

Natur und Technik

Phänomen Leben; Vernetzung belebter Systeme, Auswirkung menschlicher Aktivitäten auf Ökosysteme; Artenkenntnis und Artenschutz; Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung; Bioethik; Energie als Erhaltungsgröße; naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen; Einblick in technische und naturwissenschaftliche Studien- und Berufsfelder

 

Gesundheit und Bewegung

Zusammenhang zwischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit; biologische Voraussetzungen für Bewegung; Gesundheit und Krankheit als biologisches und soziales Phänomen; Gesundheitserziehung; vertieftes Kritikbewusstsein gegenüber toxischen Stoffe in der pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie.

 

Kreativität und Gestaltung

Entwicklung von Forschungsdesigns; Modellbildung; Wissenskommunikation durch Einsatz unterschiedlicher Medien; Medienerziehung; Bereicherung emotionaler Erfahrungen

Didaktische Grundsätze:

Das Kompetenzmodell Naturwissenschaften gibt als Handlungsdimension die Charakteristika naturwissenschaftlicher Forschungsarbeit vor.

 

Dabei wird von drei Kompetenzbereichen ausgegangen:

            –           Aneignen von Fachwissen, Wissen organisieren: Recherchieren, Darstellen, Kommunizieren

            –           selbstständiger Erkenntnisgewinn mittels Beobachtung, Experiment und Interpretation

            –           Anwendung des Wissens und der Erkenntnisse, im gesellschaftlichen Diskurs Standpunkte begründen und im Alltag reflektiert handeln

 

Im Rahmen des Faches Life Science werden diese Kompetenzbereiche wie folgt beschrieben:

 

Fachwissen aneignen und kommunizieren

                        Biologische Vorgänge und Phänomene beschreiben und benennen.

                        Aus unterschiedlichen Medien und Quellen fachspezifische Informationen entnehmen.

                        Vorgänge und Phänomene in verschiedenen Formen (Grafik, Tabelle, Bild, Diagramm, …) darstellen, erläutern, argumentieren und diskutieren.

                        Vorgänge und Phänomene mittels Fachwissen unter Heranziehung von Gesetzmäßigkeiten (Modelle, Regeln, Gesetze, Funktionszusammenhänge) erklären, auch disziplinübergreifend

                        Biologische Vorgänge und Phänomene im Kontext ihres evolutionären Zusammenhangs erläutern.

 

Erkenntnisse gewinnen

                        Biologische und chemische Vorgänge und Phänomene beobachten, messen und beschreiben.

                        Biologische Vorgänge und Phänomene hinsichtlich evolutionsbiologischer Kriterien analysieren und Beziehungen herausarbeiten.

                        Zu biologischen und chemischen Vorgängen und Phänomenen Fragen stellen und Hypothesen formulieren.

                        Untersuchungen oder Experimente zu naturwissenschaftlichen Fragestellungen planen, durchführen und protokollieren.

                        Daten und Ergebnisse von Untersuchungen analysieren (z.B. ordnen, vergleichen, Abhängigkeiten feststellen, kritisch betrachten) und interpretieren.

 

Standpunkte begründen und reflektiert handeln

                        Fachlich korrekt und folgerichtig argumentieren und naturwissenschaftliche von nicht-naturwissenschaftlichen Argumentationen unterscheiden.

                        Sachverhalte und Probleme unter Einbeziehung kontroverser Gesichtspunkte reflektiert erörtern, abwägen und begründet bewerten.

                        Bedeutung, Chancen und Risiken der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für das Individuum und für die Gesellschaft erkennen, um verantwortungsbewusst zu handeln.

                        Entscheidungen in gesellschaftlich relevanten Fragen aus naturwissenschaftlicher Sicht begründen und bewerten.

                        Daten, Fakten und Ergebnisse aus verschiedenen Quellen sowie Schlussfolgerungen kritisch hinterfragen und Gründe für deren Annahme oder Verwerfung angeben.

 

Um den Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Unterrichts biologische und chemische Bildung als Teil naturwissenschaftlicher Grundbildung (Scientific Literacy) zu ermöglichen, ist der Unterricht im Fach Life Science so zu gestalten, dass Kompetenzen aus allen drei oben genannten Bereichen auf Basis der Lerninhalte jedes Semesters erworben und gefördert werden. Kompetenzerwerb erfolgt nicht punktuell, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Daher ist die Handlungsdimension des Kompetenzmodells in jedem Semester zu berücksichtigen.

 

 

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff:

 

  1. Klasse
  2. Semester – Kompetenzmodul 1

Lerninhalte

– Mikroorganismen

– Strategien der Natur und der Nutzen für den Menschen

– Tier- und Pflanzenanatomie

 

  1. Semester – Kompetenzmodul 2

Lerninhalte

– Biomedizin

– Biodiversität und Herausforderungen der Menschheit

 

  1. Klasse

7.Semester – Kompetenzmodul 3

Lerninhalte

– Anorganische Nahrungsbestandteile

– Organische Nahrungsbestandteile

– Chemie der Organe

– Toxikologie und Pharmakologie

 

8.Semester – Kompetenzmodul 3

Lerninhalte

– Lebensmittelchemie

– Biotechnologie

Life Science

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