SOZIALES LERNEN

Immer mehr Pädagogen haben erkannt, dass Soziales Lernen nicht mehr nebenbei geschehen kann, sondern gezielt und reflektiert in einer eigens dafür bereitgestellten Zeit stattfinden muss. Das große Anliegen dabei ist es, Kinder und Jugendliche mit ihren Problemen des jeweiligen Entwicklungsstandes ernst zu nehmen und zu unterstützen. Gleichzeitig soll es den jungen Menschen gelingen, sich in ihrer Gruppe bzw. Klasse gut zurechtzufinden und eine tragfähige Klassengemeinschaft aufzubauen. Diese Entwicklungsprozesse können mit fachkundiger Begleitung und Unterstützung oft reibungsloser und rascher gelingen.

Welche Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung werden dabei begleitet und gefördert? Die erste Aufgabe zu Beginn ist das Kennenlernen, sowie die positive Kontaktaufnahme untereinander. Arbeitet die Klasse schon eine Weile gemeinsam, so wird es dringend notwendig, ein System und Regelwerk des Umganges miteinander zu entwickeln, sodass ein verbindlicher Leitfaden für die Gemeinschaft vorhanden ist. Dabei tauchen die Fragen nach Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit auf, es werden verschiedene Motive für Handlungen aber auch viele unterschiedliche Gefühle wahrgenommen. In Rollenspielen können diverse Klassensituationen nachgespielt und reflektiert werden. So werden viele verschiedene Komponenten von ICH – DU – WIR sichtbar und jeder Schüler/jede Schülerin merkt, dass vieles durch Kooperationsbereitschaft leichter geht.

Ein reger Meinungsaustausch untereinander erleichtert das Wohlfühlen in der Klasse, Phantasie und Kreativität sollen eine gute Gemeinschaft fördern helfen. Wertschätzende Kommunikation reduziert die Zahl der möglichen Auseinandersetzungen, wenn aber die ersten unvermeidlichen Konflikte in der Gruppe auftauchen, so gibt es viele Problemlösungsstrategien, die vermittelt und geübt werden können. Diese Vorgangsweise erweitert die soziale Kompetenz positiv in einer Gemeinschaft zu agieren. So wird es in der Klasse möglich, in einer weitgehend spannungsfreien Atmosphäre zu arbeiten und zu lernen.

So ganz nebenbei entwickeln sich Beziehungen, es entstehen Freundschaften, die ein gutes Miteinander unterstützen. Anderssein kann zur Bereicherung werden, wenn eine Atmosphäre der Toleranz und Solidarität geübt und gepflegt wird. Das umfassende Ziel des Sozialen Lernens kann man etwa so zusammenfassen: wir möchten unsere Kinder und Jugendlichen unterstützen, selbstbewusste, entscheidungsbereite und verantwortungsvolle Menschen zu werden, die sich und ihre Stärken aktiv in die jeweilige Gemeinschaft einbringen.

Unterstufe soziales Lernen

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