GRUNDZÜGE der NOST – NEUE OBERSTUFE

Die neue Oberstufe stellt ein modernes pädagogisches Gesamtkonzept mit dem Ziel verstärkter Individualisierung und Kompetenzorientierung dar. Sie hat den Anspruch die Motivation der Schüler/innen zu heben, indem positive Leistungen immer anerkannt werden und auch bei Wiederholungen erhalten bleiben. Damit wird die Oberstufe zu höheren Erfolgsquoten und einer Reduktion von Klassenwiederholungen führen. Besonders im Fokus steht die Stärkung der Eigenverantwortung der Schüler/innen.

Es erfolgt eine Neugestaltung der Lehrpläne durch die Einführung von »Kompetenzmodulen«, die u.a. die Bildungs- und Lehraufgabe und den Lehrstoff eines Semesters definieren. Jeder Unterrichtsgegenstand wird pro Semester beurteilt, Lerninhalte für den Leistungsnachweis und die Lern- und Beurteilungszeiträume werden dadurch kürzer. Positive Leistungen bleiben erhalten, nur Negatives muss ausgebessert werden.

Neu ist auch das Angebot der individuellen, freiwilligen Lernbegleitung zur ganzheitlichen Unterstützung bei einem drohenden »Nicht genügend« (nach einem »Frühwarngespräch«). Ziel ist die Verbesserung der gesamten Lernsituation. Die ILB ist eine innovative Maßnahme im Rahmen der neuen Oberstufe zur Unterstützung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern mit Lernrückständen- und/oder Lernschwächen. Das Augenmerk gilt dabei in erster Linie dem Lernprozess.

Die ILB soll als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden werden.

  • Sie ist eine Option zur ganzheitlichen Unterstützung von Schülerinnen und Schülern.
  • Sie ist zeitlich begrenzt sowie ziel-, lösungs- und ressourcenorientiert. Besonders berücksichtigt werden die individuellen Stärken und der Entwicklungsbedarf der Lernenden.
  • Die Lernbegleiterin/Der Lernbegleiter und die/der Lernende vereinbaren Lernziele und arbeiten gemeinsam an Lösungs- und Umsetzungsstrategien.
  • Durch die ILB sollen Lernerfolge bewusstgemacht und eine positive Weiterentwicklung im Prozess in Gang gesetzt werden.
  • Die ILB ist – im Gegensatz zum Förderunterricht – gegenstandsunabhängig.

Grundsätzlich können alle Lehrpersonen, die ein beamtetes oder vertragliches Anstellungsverhältnis zum Bund aufweisen, die Funktion der Lernbegleiterin/des Lernbegleiters ausüben, und zwar unabhängig vom Schultyp.

Wichtige Informationen

Grundsätzliches:

Jedes „Nicht genügend“/“Nicht beurteilt“ in einem Semesterzeugnis der 6. bis 8. Klasse muss ausgebessert werden, um zur Reifeprüfung antreten zu können. SchülerInnen haben die Möglichkeit, ein „Nicht genügend“/“Nicht beurteilt“ im Semesterzeugnis mittels Semesterprüfung innerhalb von zwei Semestern auszubessern.

Aufsteigen:

Sind nach den beiden Wiederholungsprüfungstagen im September – Montag und Dienstag der ersten Schulwoche – mehr als zwei „Nicht genügend“/“Nicht beurteilt“ aus den letzten beiden Semestern „offen“, so ist der Schüler/die Schülerin nicht zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe berechtigt.

Ausnahme: Einmalist ein Aufsteigen mit drei „offenen“ Pflichtfächern nach Beschluss derKlassenkonferenz möglich.
Pro Tag und KandidatIn können bis zu zwei Semesterprüfungen (bzw. deren Wiederholungen) durchgeführt werden.

Im Rahmen der zulässigen Gesamtdauer für den Besuch einer AHS (insgesamt 10 Jahre) besteht in der 6. bis 8. Klasse die Möglichkeit des freiwilligen Wiederholens der Jahrgangsstufe.

Zusätzliche Möglichkeit für Semesterprüfungen:

SchülerInnen, denen die positive Absolvierung von Semesterprüfungen binnen der Frist von zwei Semestern nicht gelingt, bietet die neue Oberstufe eine zusätzliche Option: Maximal drei „Nicht genügend“/“Nicht beurteilt“ können im Zeitraum zwischen Beurteilungskonferenz und Beginn der Klausurprüfung (Matura) oder an Wiederholungsprüfungstagen für die 8. Klasse in einer allenfalls dritten Wiederholung unter folgenden Bedingungen ausgebessert werden:

  1. Es muss sich um unterschiedliche Pflichtgegenstände handeln. In höchstens drei Pflichtgegenständen ist also jeweils höchstens eine Semesterprüfung zu diesem besonderen Termin möglich.
  2. Diese speziellen, unmittelbar vor den abschließenden Prüfungen stattfindenden Semesterprüfungen sind nur zur Ausbesserung von „Nicht genügend“/“Nicht beurteilt“ in den Semesterzeugnisbeurteilungen aus der 6. und 7. Klasse, aber nicht aus der 8. Klasse, zulässig.

Diese Möglichkeit birgt aber ein hohes Risiko, da jede dieser Prüfungen positiv absolviert werden muss, damit der Schulbesuch fortgesetzt werden kann bzw. ein Antreten zur Matura möglich ist.

NOST

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