Kleine Zeitung Online 12.11.2011 um 05:35 Uhr Matthias Abere Ein Grazer Gipfelstürmer

 

Matthias Aberer ist Mitorganisator des am Samstag endenden Berg- & Abenteuerfilmfestivals in Graz. Daneben ist er vor allem eines: rastlos.


Foto © Privat

Abenteurer und Naturliebhaber sind eine seltene Spezies, doch der Grazer Matthias Aberer zählt definitiv dazu. Der passionierte Bergsteiger hat seine Leidenschaft für den Gipfelsturm bereits als Kind entwickelt und in der Jugend gefestigt. "Daraus haben sich richtige Freundeskreise gebildet. Wir haben auch zusammen das Paragleiten gelernt."

 

In der Natur findet der 28-Jährige die Ruhe und Ausgeglichenheit, die er neben seinem Vollzeitjob bei einer Filmproduktion braucht. "Ich versuche etwa vier Mal die Woche rauszugehen und die Natur bewusst zu erleben. Man kriegt den Kopf so richtig frei und wird von nichts abgelenkt." Konzentration ist bei diesem Hobby oberstes Gebot. Es kann schnell etwas passieren. So wie bei einem Kletterunfall vor drei Jahren, als ein Steinschlag Aberer einen Milzriss und mehrere Knochenbrüche zufügte. "Drei Wochen im Krankenhaus zu liegen und sich nicht bewegen zu können, war die schwierigste Zeit meines Lebens."

Das filmische Begleiten von Bergsteigern ist eine weitere Besonderheit des Grazers. Sie wurde vom Hobby zur Profession. Mittlerweile hat er etwa für den ORF auf dem Dachstein gefilmt und mit "Speedraid" eine Abenteuerdokumentation verfasst. "Die Kombination aus Klettern und Filmen ist perfekt. Am Berg ist ja auch immer etwas los."

Selbst im Alltagsleben hat Aberer mit Felsen und Gestein zu tun, ist er doch Mitorganisator des heute endenden Berg- & Abenteuerfilmfestivals in Graz. Mit "Das Brento Base Project", einer Doku über einen Sportler, der Basejumpen und Klettern miteinander verbindet, ist er sogar selbst präsent. Natürlich hat Aberer dabei die Kamera geführt.

Dem Klettern und Filmen wird der Grazer auch künftig viel Zeit schenken. Nur Standard darf es bitte nicht sein: "Ich gehe auf keinen ,Quotenberg', sondern dorthin, wo nichts los ist, und beim Filmen interessieren mich keine Topleistungen, sondern die Menschen und ihre Emotionen."